
Die Konstellation DREI POSAUNEN erweist sich als spannende Herausforderung. Es gibt wesentlich mehr Literatur für vier Posaunen und zumeist treten auch nur Posaunenquartette auf. SLIDE AFFAIR ist da schon etwas besonderes. Die drei Musiker agieren mit ihren Instrumenten innerhalb eines Tonraumes von vier Oktaven. Neben der geläufigen Tenorposaune finden sich auch Alt- und die Bassposaune. Die große klangliche und dynamische Flexibilität der Posaunen garantiert Authenzität in allen Stilistiken und erweckt oft den Eindruck eines größeren Ensembles.
Märkischer Bote, September 2010:
"Im Gegensatz zu Konzerten christlicher Posaunenchöre besitzen Auftritte in kleiner solistischer Besetzung für die Posaune, eines der ältesten Musikinstrumente, eher Seltenheitswert. Mit dem Kammerkonzert des Trios "Slide Affair" ("Zugsache"), ausgeführt von Rainer Pfundstein, Ellen Wemmelund und Andreas Zach, verwandelte sich die anheimelnde Dorfkirche zu einem "Klein-Mekka" ausgesprochenen Kunstgenusses. Das klug zusammengestellte Programm enthielt ausgewählte Kompositionen des Barock, der Klassik, der Romantik, der Jetztzeit und des Sakraljazz. Dabei ragten die feierliche Wiedergabe des Chorals "Mein´ Hoffnung, Trost und Zuversicht" des in Groß Breesen geborenen größten Melodienschöpfers der evangelischen Kirche nach Luther und Namensgebers der Gubener Musikschule Johann Crüger sowie das intime und schwerelose, ganz im Stile Mozarts geblasene "Adagio für Glasharmonika" in C-Dur (KV 356) des Wiener Meisters besonders heraus. Absoluter Höhepunkt des Abends war jedoch das mit Rafinesse, hoher Vitalität und zarter Empfindsamkeit gedeutete Wiegenlied "Summertime" aus der Gershwin-Oper "Porgy and Bess". Insgesamt brillierten die drei Solisten sowohl durch ihren hellen als auch dunklen Klang, im Jazz durch routiniertes Verschleifen, Pressen und Verzerren der Posaunentöne und rollten bei größter Tonreinheit, sauber ausgeführten Modulationen, bar jeglicher Kickser, einen wunderbaren, warmen Klangteppich aus. Möge das extravagante, mit viel Beifall aufgenommene Konzert die Landesregierung Brandenburgs gleichnishaft an die alttestamentliche Legende der "Posaunen von Jericho" erinnern, um sie auf feine, "posaunale" Art ob der geplanten Abbaggerung der Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz "ins Gebet zu nehmen!" Adolf Auga

Das Repertoire des Trios beginnt schon im 16. Jh. mit Musik der Renaissance wie z.B. die des Italieners Giovanni Pierluigi da Palestrina. Daran schließen sich barocke Werke der bedeutenden Komponisten Georg Daniel Speer , Henry Purcell und auch der gebürtige Gubener Kirchenliedkomponist Johann Crüger an.
Die Musik von Johann Sebastian Bach findet ihren Wiederklang in der Komposition des schottischen Bassposaunisten und Zeitgenossen Brian E. Lynn „Bachy Things“. SLIDE AFFAIR spielen drei Stücke Lynns, der extra für Posaunentrio komponierte.
Die Brücke ins 20. Jh. zu George Gershwin, Gordon Jacob und Brian E. Lynn schlagen der Österreicher Anton Bruckner und der Leipziger Richard Wagner, dessen „Einzug der Gäste auf die Wartburg“ aus der Oper „Tannhäuser“ zusammen mit Orgel zu einem eindrucksvollen Klangerlebnis verschmelzen. Die Jazztrios für Posaunen von Ingo Luis sind brandneu und ebenfalls Teil des Repertoires von SLIDE AFFAIR.
SLIDE AFFAIR bestreitet thematisch flexible Konzertprogramme allein, aber auch mit Gästen an der Orgel oder am Marimbaphon.
Am 26. Juni 2009 verstarb unerwartet unser lieber Posaunenkollege PETER ETTELT, mit dem wir dieses kammermusikalische Projekt ins Leben gerufen haben. Wir werden uns immer mit großer Freude an die gemeinsame Zeit mit ihm erinnern.
SLIDE AFFAIR & VERSTÄRKUNG von rechts: Peter Ettelt, Lars Weber

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